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Am 17. April 1945 besetzen englische Soldaten Amelinghausen

Vor 80 Jahren Seit Beginn  des 2. Weltkrieges am 1. September 1939 bis  Anfang 1942 hat es in Amelinghausen keine feindlichen Berührungen gegeben. Das sollte sich  im Juni 1942 ändern, als die Engländer die Salpeterfabrik in Embsen bombardieren wollten. Sie konnten die gut getarnten Werksgebäude nicht finden und haben alle Bomben  z.T. ziellos in der Umgebung abgeworfen. Um weitere Angriffe abwehren zu können, wurde  auf dem Schlangenberg (Pavillionsberg) eine Vierlings-Flak aufgestellt, die aber selten zum Einsatz kam. Im April 1945 beherrschten die englischen Flieger den Himmel. Die deutsche...

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Die Dehnsener kollaborieren mit ungarischen Freiheitskämpfern und bieten ihnen Unterschlupf

Wir schreiben das Jahr 1848:  Es ist kaum zu glauben, dass ein kleines einsames Heidedorf mit nur fünf Hofstellen und kaum mehr als 80 Einwohnern sich  in der Mitte des 19. Jahrhunderts  politisch so stark engagierte und hochrangige ungarische Freiheitskämpfer, die für  ein von  Österreich unabhängiges Ungarn kämpften, aufnahm und sie vor der Polizei versteckte. Ein dreifaches Hoch auf den Mut und  das politische Bewusstsein der Dehnsener zu einer Zeit, als der Adel für sich allein die politische  Macht beanspruchte. Die hannoversche Polizei, die für die Österreicher Amtshilfe leistete, hatte...

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Der Beginn einer selbstbestimmten und ideologiefreien Jugendarbeit in Amelinghausen nach 1945

Am 17. April 1945 besetzten die Engländer Diersbüttel, Amelinghausen und Sottorf. Eine gewisse Angst vor dem, was nun kommen würde, war durchaus vorhanden; im Dorf war jedoch die Freude über das Ende der nationalsozialistischen Herrschaft groß. Von Anfang Februar bis zur Besetzung durch die Engländer waren immer mehr Flüchtlinge aus Ostpreußen und Pommern gekommen, die alle untergebracht und versorgt werden mussten. Das war nicht einfach, zumal Lebensmittel - auch für die Einheimischen - sehr knapp waren. Ihre Erzählungen über die Flucht vor den herannahenden Russen haben viele im Dorf überzeugen...

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EIn Traum wird wahr

Gerhard Roicks Jugendherberge im idylischen Lopautal Als im Mai 1946 Oberstleutnant Harper und Major Dick von der englischen Militärverwaltung sich über die Jugendarbeit von Gerhard Roick informierten, wollten sie auch wissen, wo denn im Dorf das Gebäude des Jugendtreffs wäre. Diese Frage konnte er nicht genau beantworten, aber er beschrieb seine Pläne, wie er sich die Jugendarbeit vorstellte: Es sollte ein „Youth Recovery-House“ (Jugenderholungsheim) sein mit folgenden Einrichtungen : Recovery-house for the continuance stay of about 20 children“ (eine Umschreibung für „seine“ Jugendherberge)„Youth-home...

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Die Sottorfer Schiffswerft im Lopautal

Eine Schiffswerft im Lopautal? Das kann doch nicht wahr sein! Die Lopau ist doch ein ganz kleiner Bach, auf dem man nur mit einem Paddelboot fahren kann, aber doch nicht mit einem großen Segelboot? So werden viele Leser spontan reagieren, nachdem sie die Überschrift gelesen haben.  In den Jahren 1948/49  hat es aber wirklich  eine Schiffswerft „An der Lopau Nr. 2“ in Sottorf gegeben. Vier junge Männer aus Sottorf (Kfz-Mechaniker Paul-Hermann Vick, Zimmermann Erwin Vick, Elektriker Horst Schöndube und Hochfrequenztechniker Kurt Geers) haben sich innerhalb von zwei Jahren ein neun Meter langes...

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Bäckerstraße

Wo ist der herzhafte Brotgeruch geblieben? Wer heute in der Bäckerstraße Brot und Brötchen kaufen möchte, muss mit einem leeren Brotkorb wieder nach Hause gehen. Die beiden ehemaligen Bäckereien Liesmann und Worthmann gibt es hier nicht mehr. Als nach 1960 infolge der großen Bautätigkeit für die Straßen im Dorf Namen eingeführt wurden, lag es nahe, die Straße hinter dem Pastorat Bäckerstraße zu nennen. Die Straße ist schon im Dorfplan, der nach dem Großen Brand von 1818 angefertigt worden war, verzeichnet. Zu der Zeit gab es hier aber noch keinen Bäcker. Amelinghausen war gegen Ende des 19....

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Die frühere Amtsvogtei Amelinghausen

Ein Verwaltungsgebiet mit einem Amtsvogt und drei Untervögten Die Amtsvogtei Amelinghausen ist ein altes herzogliches Verwaltungsgebiet aus der Zeit der Billunger im 10. Jahrhundert. Die Bischöfe von Verden hatten  große Gebiete der ehemaligen sächsischen Gohe Amelinghausen und Salzhausen für sich beansprucht, um ihr Stift  in Verden mit umfangreichen Einkünften auszustatten. Als Bischof Amelung – der angebliche Namensgeber  von Amelinghausen – im Jahr 962 n. Chr. starb und seine Besitzungen um Amelinghausen herum dem Stift vermacht hatte, war der Widerstand  in der Familie der Billunger groß....

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1902 Bauboom im heutigen Vogteiweg

Der „Bebauungsplan Amtsvogteigarten“ Nach der deutschen Reichsgründung von 1871 und den hohen Reparationsgeldern, die Frankreich nach dem verlorenen Krieg (1870/71) an Deutschland zahlen musste, kam es im neu gegründeten Deutschen Kaiserreich zu einem großen wirtschaftlichen Aufschwung.  Dieser ökonomische Aufschwung hat auch vor Amelinghausen nicht Halt gemacht. Hinzu kommt, dass das mittelalterliche Lehnssystem seit der  Mitte des 19. Jahrhunderts abgeschafft war und die Bauern  keine  Abgaben mehr an den Lehnsherrn zu leisten hatten. Sie waren nun  Eigentümer ihrer Höfe und  konnten ihre...

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Carl Cowen Schirm

Ein ganz bekannter und begnadeter Kunstmaler lebte und wirkte in Sottorf/Amelinghausen von 1918 bis 1928 Heute lockt die Heide in und um Amelinghausen Touristen an. Vor gut hundert Jahren waren es Maler, die es in  ihren ehemaligen beschaulichen Städten nicht mehr aushielten, weil sie sich in ihrer künstlerischen Tätigkeit durch die wachsende  Industrie mit den riesigen  qualmenden Schloten und dem enormen Bevölkerungszuwachs eingeengt fühlten. Wie Erwin Vollmer aus Berlin und Bruno Dittmann aus Hamburg, zog es auch den in Berlin künstlerisch tätigen Carl Cowen Schirm immer wieder in die Heide....

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